sporticus am 12.10.2008 um 11:36 Uhr Ich nehme eigentlich fast täglich eine Magnesiumbrausetablette und habe auch bei starker körperlicher Anstrengung wenig mit Krämpfen zu tun. Stimmt es denn eigentlich wirklich, das Magnesium eine solch positive Wirkung auf das Muskel- und Nervensystem hat ?
Weitere Fragen zu verwandten Themen finden Sie hier:

Zusätzliche Gaben von Vitaminen und Mineralstoffen (Mengenelemente und Spurenelemente) bei nicht vorhandenem Mangelzustand (ärztlich festgestellt) stören das Gleichgewicht, das an diesen Stoffen im Körper vorliegt und bringt den Stoffwechsel durcheinander. Wenn Du die Zufuhr eines Stoffes (ohne Mangelzustand) erhöhst, verringerst oder blockierst Du die Aufnahmemöglichkeit für einen anderen Stoff. Im Falle des Magnesiums ist es das Calcium.
Muskelkrämpfe im Sport haben meistens andere Ursachen, als Magnesiummangel. Erst wenn Du nächtliche Krämpfe bekommst, ist eine Überprüfung der Mineralstoffspiegel angesagt und ggfs. entsprechende Medikation.
Alles, was im Handel freiverkäuflich ist, fällt unter Nahrungsergänzungsmittel, ist zu gering dosiert und oft verunreinigt, da es nicht den strengen Reinheitsvorschriften verschreibungspflichtiger und apothekenpflichtiger Produkte unterliegt. Die Gewinnspannen für Nahrungsergänzungsmittel sind sehr lukrativ. Aus diesem Grund wird Dir durch die Werbung suggeriert, dass Du das Zeug unbedingt nehmen mußt "um vorzubeugen". Die Industrie ist am Umsatz interessiert. Nicht an Deiner Gesundheit.
Vorsorglich Mineralstofftabletten "einzuwerfen" ist kontraproduktiv. Da könntest Du Dir auch Schmerztabletten einwerfen, ohne Schmerzen zu haben.

Magnesium ist ein Mineralstoff der in fast allen Körperzellen vorhanden ist. So benötigst du zb. Magnesium für das Nervensystem, deine Muskelatur, das Herz und ist an vielen weiteren Stoffwechselvorgängen beteiligt. Über eine ausgewogene Ernährung solltest du in der Lage sein genügend Magnesium aufzunehmen. Studien in Deutschland ( Vera-studie ) haben jedoch auch belegt, das fast 40% der Bevölkerung nicht in der Lage sind ihren empfohlenen Tagesbedarf an Magnesium von ca. 350-400mg zu decken, was hier mehr oder weniger auf eine mangelhafte Ernährung zurückzuführen ist. Magnesium ist darüber hinaus der Mineralstoff der bei Leistungssportlern am ehesten in ein Ungleichgewicht geraten kann. Als Leistungsportler hast du einen erhöhten Bedarf an Magnesium. Hier ist es ganz wichtig sich Magensiumreich zu ernähren. Bei Bedarf kann hier auch auf Supplemente zurückgegriffen werden. Bei den Supplementen gibt es preislich einige Unterschiede die meist in der Dosierungshöhe und einigen Süßstoffzusätzen begründet liegen. Am besten ist hier auf ein reines Magnesiumpräparat ohne Zusatzstoffe zurückzugreifen. Die schmecken zwar nicht so lecker, dafür hast du aber den Süßstoffkram und andere Zusatzstoffe nicht dabei. Wenn du vermehrt mit Krämpfen zu tun hast kann dies an einem Magnesiummangel liegen, was du aber über einen Arzt abklären lassen solltest. Sonstige Anzeichen für einen Mangel können zb. Müdigkeit, Schwäche, Muskelzucken, Muskelkrämpfe sein. Magnesium ist ein wasserlöslicher Stoff was bedeutet das eine zu hohe Dosierung über die Nieren ausgeschieden wird. Nichts desto trotz sollten Überdosierungen natürlich vermieden werden. Zu viel Magnesium kann Durchfälle und andere Nebenwirkungen hervorrufen. Vorrangig sollte angestrebt werden den Bedarf über die normale Ernährung zu decken.

Diese Meinung ist weit verbreitet und auch bestimmt nicht falsch. Allerdings darf man als Sportler nicht davon ausgehen immer in Gefahr zu laufen mit seinem Training den Magnesiumhaushalt zu reduzieren. Um Krämpfen vorzubeugen ist es viel wichtiger, dass der Körper genug Flüssigkeit zugeführt wird die Natrium und Kalium enthält. Natrium und Kalium sind vor allem für die nervöse Steuerung sehr wichtig. Natrium und Kalium sind in folgenden Minaralwassern in guten Mengen enthalten: Adelheidquelle Apollinaris Christinenbrunnen Frankenbrunnen Theresienquelle Kaiser Friedrich Quelle usw. (ELMADFA et al. 2004)

Ich kann mich da meinen Vorrednern nur anschließen. Wenn du dich ausgewogen und mit einem gewissen Bewusstsein ernährst, dann sollte so eine Mangelerscheinung nicht so leicht auftreten. Um Krämpfe zu vermeiden, sollte man sich erstens in einem ausreichend guten Trainingszustand befinden, dem Körper genügend Flüssigkeit zugeführt haben, und sich ausreichend um seinen Mineralienhaushalt kümmern. Magnesium gehört sicher dazu, um Krämpfe zu vermeiden, aber wenn man zum Beispiel öfters Bananen isst, dann kann man da schon einiges tun ohne überteuerte Nahrungsergänzungsmittel kaufen zu müssen. Traubenzucker ist auch noch ein ganz gutes Mittelchen, um dem Körper kurzfristig Energie zurückzugeben.
Super Antwort! Danke